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[m3 IR 2 18:15] Kosten + Erlös

Eine Werkstatt näht T-Shirts. Der Chef rechnet mit einer festen Zahl je Stück. Zwanzig Shirts mehr kosten gleich viel und bringen gleich viel ein, sagt er. Die Buchhaltung misst zwei Zwanzigerschritte nach:

SchrittKosten steigen umErlös (das Geld, das hereinkommt) steigt um
20 auf 40 Stück132 €600 €
80 auf 100 Stück636 €−600 €

Beide Schritte sind zwanzig Stück groß. Keine der vier Zahlen passt zur festen Zahl des Chefs.

Die gemessene Kostenreihe

Die Buchhaltung hat für jede Menge aufgeschrieben, was der Tag gekostet hat. Die dritte Spalte ist keine Kostenspalte. Sie zeigt den Sprung von der Zeile darüber zu dieser Zeile.

Menge Kosten Zuwachs
0 Stück200 €
20 Stück356 €156 €
40 Stück488 €132 €
60 Stück692 €204 €
80 Stück1064 €372 €
100 Stück1700 €636 €

Bei null Stück stehen schon 200 € da. Diese 200 € heißen Fixkosten . Darin stecken Miete, Maschine und Strom.

Lest die Zuwachsspalte von oben nach unten.

156 · 132 · 204 · 372 · 636

Der Sprung wird einmal kleiner und danach immer größer.

x (Stück) K (€) 20 60 100 800 1400 200Kf 156 132 204 372 636

Die Kurve steigt überall. Die Doppelpfeile über den Schritten werden verschieden lang.

Die zwei Teile der Zuwachsreihe

Die Zuwachsreihe hat zwei Teile, und jeder trägt einen eigenen Namen.

TeilZuwächseNameSo sieht es in der Werkstatt aus
bis 40 Stück156 · 132degressivdie Maschinen laufen immer voller
ab 40 Stück204 · 372 · 636progressives kommen Überstunden dazu

Degressiv heißt: jedes weitere Stück kostet weniger als das davor. Progressiv heißt: jedes weitere Stück kostet mehr. Eine Kostenfunktion mit diesen zwei Teilen heißt ertragsgesetzliche Kostenfunktion.

Die Kostenfunktion

Für jede Menge sollt ihr den Kostenwert ausrechnen können. Darum schreibt die Werkstatt die Reihe als Funktion.

Der höchste Exponent ist die 3. Die Funktion hat also Grad drei. Prüft sie bei 60 Stück nach. Setzt die 60 für jedes ein.

Die 692 € stehen auch in der Kostentabelle in der Zeile für 60 Stück. Die 200 am Ende sind die Fixkosten .

Der Preis als Funktion der Menge

Aus dem Vorkapitel kennt ihr die Nachfragefunktion des Marktes:

Dort geht ein Preis hinein, und heraus kommt eine Menge. Die Werkstatt plant aber mit Stückzahlen. Um den Preis zu einer Menge zu bekommen, stellt ihr nach um.

Bei 60 Stück am Tag bringt jedes Shirt 30 €.

Die Erlösfunktion

Der Erlös ist das Geld, das hereinkommt. Bei 60 Stück zu je 30 € sind das €. Ihr bekommt ihn also aus Preis mal Menge.

Probe bei 60 Stück.

x (Stück) p (€ je Stück) 60 100 10 30 60 60 Stück 30 € E(60) = 1800 € E(100) = 1000 €

Das Rechteck hat die Menge als Grundseite und den Preis als Höhe. Seine Fläche ist der Erlös.

Die gemessene Erlösreihe

Menge Preis Erlös Zuwachs
0 Stück60 €0 €
20 Stück50 €1000 €1000 €
40 Stück40 €1600 €600 €
60 Stück30 €1800 €200 €
80 Stück20 €1600 €−200 €
100 Stück10 €1000 €−600 €

In jeder Zeile steht derselbe Schritt von zwanzig Stück.

1000 · 600 · 200 · −200 · −600

Der Zuwachs schrumpft von Zeile zu Zeile um 400 €. Ab 60 Stück ist er negativ. Mehr Verkauf bringt dann weniger Geld herein.

Schema

Um Kosten und Erlös bei einer Menge zu vergleichen, braucht ihr zuerst den Preis als Funktion der Menge.

a) Die Nachfragefunktion nach umstellen. Das ergibt .

b) aufstellen und ausmultiplizieren.

c) Die Menge einsetzen, in und in .

Was aus der Eingangsfrage geworden ist

Der Chef wollte eine feste Zahl je Stück. Gemessen waren zwei gleich große Schritte von zwanzig Stück. Bei den Kosten standen 132 € gegen 636 €. Beim Erlös standen 600 € gegen −600 €. Jede dieser Zahlen hängt davon ab, bei welcher Menge ihr den Schritt macht. Bei einer festen Zahl je Stück stünde in jeder Zeile derselbe Sprung. Genau darum steht die Menge in und in .

Zum Üben

Jetzt ihr: Eine Bäckerei verkauft Brote mit der Nachfragefunktion . Ihre Kosten sind .

a) Stellt auf und daraus .

b) Rechnet und aus.

(Lösung: a) und ; b) € und €)